Der Einhändige
Auch: Tíw (altenglisch), Ziu (althochdeutsch)
Gott des Rechts und der Schlachten, der eine Hand verlor, um den Wolf Fenrir zu binden. Bei Ragnarök tötet er den Höllenhund Garm — und stirbt selbst dabei.
Gylfaginning 25 nennt Týr den tapfersten und entschlossensten der Asen, zuständig über Sieg in der Schlacht. Als die Götter den Wolf Fenrir mit dem Band Gleipnir fesseln wollen, misstraut dieser der Sache und verlangt, dass einer der Götter zum Pfand eine Hand in seinen Rachen legt. Nur Týr ist dazu bereit — und verliert die Hand, als Fenrir merkt, dass er getäuscht wurde. Bei Ragnarök kämpft Týr gegen den Hund Garm; beide töten sich gegenseitig (Gylfaginning 51). Zu seiner Herkunft schweigen sich die Quellen nicht einheitlich aus: Snorri nennt ihn Sohn Odins, das ältere Lied Hymiskviða dagegen einen Sohn des Riesen Hymir.
Es gibt einen Moment, bevor der Wolf zubeißt, in dem Týr schon weiß, was er verlieren wird. Er streckt trotzdem die Hand in Fenrirs Maul — nicht aus Mut allein, sondern weil ein Versprechen ohne diesen Preis nichts wert gewesen wäre. Andere Götter geben Reden. Týr gibt seine Hand. „Tyr" ist unser Lied über genau diesen Tausch: Gerechtigkeit kostet immer etwas, das man nicht zurückbekommt.
Dieser Abschnitt ist unsere eigene Erzählung, keine Überlieferung.
Redaktioneller Stand: 03.08.2026. Vor weiterer Verwendung sollten Primärquellen geprüft werden.