Skaði — Die Riesin, die zur Göttin wurde
Wesen des Weltenbaums

Skaði

Die Riesin, die zur Göttin wurde

Auch: Skadi

Tochter des erschlagenen Riesen Þjazi, kam bewaffnet nach Asgard, um Rache zu fordern. Als Ausgleich wählte sie sich einen Ehemann — allein nach den Füßen — und heiratete Njörðr, obwohl sie auf Baldr gehofft hatte.

In der nordischen Überlieferung

Nach dem Tod ihres Vaters Þjazi, den die Asen wegen der Entführung Iðunns erschlagen hatten, zieht Skaði bewaffnet nach Asgard, um Rache zu nehmen (Skáldskaparmál). Zum Ausgleich bieten ihr die Götter an, sich einen Ehemann zu wählen — doch sie darf dabei nur die Füße sehen. Sie wählt die schönsten, in der Hoffnung, es sei Baldr, und bekommt Njörðr. Zusätzlich soll sie zum Lachen gebracht werden: Loki bindet sich den Bart einer Ziege an seine Hoden, bis sie lacht. Odin wirft Þjazis Augen als Sterne an den Himmel. Die Ehe hält nicht: Skaði will in ihrem Vaterhaus Þrymheimr in den Bergen bleiben, Njörðr an seiner Küste Nóatún; nach einem gescheiterten Kompromiss trennen sie sich (Gylfaginning 23). Später legt Skaði dem gefesselten Loki eine Giftschlange über das Gesicht, deren Gift auf ihn tropft (Gylfaginning 50).

Quellenlage: WahrscheinlichNur knapp belegt, vieles ist Ausdeutung.Skaði wird heute oft als eigenständige „Wintergöttin“ oder Schutzherrin der Ski- und Jagdkunst beschrieben. Die Quellen selbst erzählen vor allem die Rache- und Ehegeschichte; ihr fester Bezug zu Skiern und Bogen ist eher aus ihrem Namen und späteren Deutungen erschlossen als ausdrücklich belegt.

In der Iron-Peak-Saga

Skaði kam nicht nach Asgard, um zu heiraten — sie kam, um Rache für ihren toten Vater zu fordern. Als die Götter ihr eine Entschädigung anboten, wählte sie ihren Ehemann nach den Füßen aus, weil sie sich weigerte, sich blenden zu lassen. Sie blieb nicht lange in Asgard; sie kehrte zurück ins Eis, wo die Jagd ihr gehört und niemand ihr etwas vorschreibt. „Skadi's Warth" — unsere gemeinsame Sache mit Drengrheim — ist genau dieser Zorn: leise, kalt, und mit einem sehr langen Gedächtnis.

Dieser Abschnitt ist unsere eigene Erzählung, keine Überlieferung.

Welten

Quellen

  • Skáldskaparmál — Prosa-Edda, Snorri Sturluson, um 1220
    Dichtungslehre mit vielen Göttergeschichten.
  • Gylfaginning — Prosa-Edda, Snorri Sturluson, um 1220
    Systematische Zusammenfassung, teils Snorris eigene Ordnung.
    Text online

Redaktioneller Stand: 03.08.2026. Vor weiterer Verwendung sollten Primärquellen geprüft werden.

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