Herrin der gewöhnlichen Toten
Tochter Lokis und der Riesin Angrboða, von Odin über das Totenreich unter einer Yggdrasil-Wurzel eingesetzt. Halb schwarz, halb fleischfarben im Gesicht, herrscht sie über jene, die nicht im Kampf fielen.
Gylfaginning 34 beschreibt Hel als eines der drei Kinder Lokis und Angrboðas: Odin wirft sie in die Unterwelt und gibt ihr Macht über neun Welten, um dort die zu beherbergen, die ihr zugeschickt werden — vor allem, wer an Alter oder Krankheit stirbt, nicht im Kampf. Ihr Gesicht sei halb schwarz, halb wie das eines lebenden Menschen. Ihre Halle heißt Éljúðnir, ihre Schwelle „Straucheln“, ihr Bett „Krankenlager“, ihr Teller „Hunger“, ihr Messer „Hungersnot“. Als Baldr stirbt, reitet Hermóðr auf Sleipnir zu ihr, um ihn zurückzuerbitten (Gylfaginning 49). Hel stimmt zu, unter einer Bedingung: Wenn alles in der Welt, tot und lebendig, um Baldr weint, darf er zurück zu den Asen. Fast alles weint — nur die Riesin Þökk, in der sich Loki verbirgt, weigert sich, und Baldr bleibt bei Hel.
Hel wurde nicht böse geboren — sie wurde in ein Amt gesetzt, das niemand sonst wollte. Halb von Fleisch, halb von Verwesung, herrscht sie über die, die weder im Kampf fielen noch eines ehrenvollen Todes starben. Kein Richterstuhl, kein Urteil — nur ein Ort, an dem jeder ankommt, der seinen Preis noch nicht bezahlt hat. „The Price of Helheim" erzählt genau davon: was es kostet, dorthin zu gelangen, und was es kostet, wieder heraus.
Dieser Abschnitt ist unsere eigene Erzählung, keine Überlieferung.
Redaktioneller Stand: 03.08.2026. Vor weiterer Verwendung sollten Primärquellen geprüft werden.