Der Wächter an der Brücke
Auch: Heimdallr, Rígr
Wächter der Götter am Ende von Bifröst. Er braucht weniger Schlaf als ein Vogel, hört das Gras wachsen und bläst bei Ragnarǫk in das Gjallarhorn.
Gylfaginning 27 beschreibt ihn als Wächter der Götter, der am Himmelsende bei der Brücke sitzt. Er braucht weniger Schlaf als ein Vogel, sieht bei Nacht wie bei Tag hundert Rasten weit und hört das Gras auf der Erde und die Wolle auf den Schafen wachsen. Sein Horn Gjallarhorn ertönt, wenn er bläst, durch alle Welten. Vǫluspá 46 nennt diesen Ton als Zeichen des Ragnarǫk. Sein Verhältnis zu Loki ist von Feindschaft geprägt; beide fallen im Endkampf durch die Hand des anderen (Gylfaginning 51).
Heimdall braucht weniger Schlaf als ein Vogel und sieht bei Nacht so gut wie bei Tag — er hört sogar das Gras auf den Wiesen wachsen. Er steht an der Regenbogenbrücke Bifröst, dem einzigen Weg nach Asgard, und wartet auf einen Moment, der noch nicht gekommen ist: Wenn er endlich sein Horn Gjallarhorn bläst, weiß jeder in allen neun Welten, dass Ragnarök begonnen hat. Bis dahin bleibt er einfach wach — Nacht für Nacht, während alle anderen schlafen dürfen. „Heimdall“ ist unser Lied über diese Art von Pflicht: nicht laut, nicht heldenhaft im klassischen Sinn, aber unverzichtbar.
Dieser Abschnitt ist unsere eigene Erzählung, keine Überlieferung.
Redaktioneller Stand: 03.08.2026. Vor weiterer Verwendung sollten Primärquellen geprüft werden.